Glamour und Grauen: Welcome to New York!

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Okay, Grauen ist etwas übertrieben ausgedrückt, um die Seite New Yorks zu beschreiben, der ich unerwartet begegnet bin. Welche Seite? Verrate ich euch nachher. Erstmal möchte ich kopfüber mit euch in die Stadt stürzen.

Von Null auf Hundert

Wie kribbelig und vorfreudig ich diese Reise angetreten hab, wisst ihr aus meinem Blog Sin and the city – endlich New York!. Klar war ich gespannt, ob die Stadt halten kann, was ich mir von ihr versprochen habe. Wo die Erwartungen ausgeprägt sind, kann die Enttäuschung gigantisch sein. In Bezug auf New York ist das aber wohl nahezu unmöglich. Schon der Anflug auf Mahnatten war richtig großes Kino, denn er fand zum Sonnenuntergang statt. Die Farben, die Skyline, die Lichtspiele – Hollywood hätte es nicht cooler inszenieren können. Ich war geflasht, noch bevor ich einen Schritt auf New Yorker Boden gemacht hatte.

I wanna wake up in a city​...

Bis wir nach der Landung endlich in der City waren, hat es gefühlt ewig gedauert. Vielleicht sollte ich beim nächsten Mal mit dem Fallschirm abspringen. Mitten hinein. Free falling. Das würde jedenfalls sehr gut zum Lebensgefühl passen, das sich sofort einstellt, wenn man abtaucht in diese krasse, lebendige, pulsierende Stadt. Krass, pulsierend, lebendig sind Wörter, die ich genauso mit Berlin verbinde. Hier in New York allerdings ist das alles hoch zehn. Krasser. Extrakrass. Um die Stadt und ihren Puls erst einmal wahrnehmen zu können, hatte ich für den ersten Tag gar nichts geplant – dachte ich. Bis mich die Push-Benachrichtigung meines Kalenders daran erinnerte, dass ich in 60 Minuten am Rockefeller Center sein sollte. Erst hielt ich es für einen Synchronisierungsfehler, doch dann stellte ich fest, dass ich wirklich den Besuch der Aussichtsplattform gebucht hatte. Auf den letzten Drücker kamen wir dort an.

Mit New York habe ich die anfängliche Berlin-Faszination wieder gespürt und ich weiß jetzt schon, dass ich wieder hierher komme.

…that never sleeps​...

Ich liebe es oben zu sein! Nicht nur auf dem Rockefeller Center. Über den Wolken. Über den Dächern. Auf den Gipfeln. Kraterränder sind ebenso begehrt, wie ihr wisst. Über eine Stadt, eine Landschaft, ein Hochhaus- oder Bergpanorama zu blicken, ist für mich wirklich das größte. Der Blick auf den Central Park einerseits und das auf das Empire State Building andererseits war unbeschreiblich. Und selbst hier oben war er zu spüren, der Puls Manhattens, immer nahe am Vorhofflimmern. Schon an Tag eins war klar, dass diese Reise ein Adrenalinfeuerwerk werden würde. Mehr dazu in den nächsten Blogs...

…and find I'm hey number one

Alles richtig gemacht, Janis! Nach der Masterclass von Hermann Scherer direkt wieder abzureisen, wäre verrückt gewesen. Unabhängig von meiner Begeisterung und den Highlights der ersten Woche, ist mir in New York allerdings auch etwas begegnet, was ich aus dem krassen, pulsierenden, lebendigen Berlin keineswegs kenne: die omnipräsente Macht des Geldes, der abgrundtiefe Makel des Armseins. Noch nirgends auf meinen Reisen hat mir der Kapitalismus mit derartiger High Performence ins Gesicht geatmet. „Haste was, biste was!" trifft es nicht. Denn wer hier nicht wirklich genug hat, der ist ein Nichts. Nichts! Der ist nicht. New York ist in einem Maß von Geld bestimmt, das ich mir vorher nicht hätte vorstellen können. Ein Maß, das mich ehrlich gesagt stresst und bei aller Faszination für den Superlativ einen Punktabzug bei der Herznote bedeutet.

Hin und weg und wieder zurück 

Berlin hat mich von jeher fasziniert. Schon als Kind wollte ich immer und immer wieder dorthin. In eine Stadt, deren Buntheit, Schlaflosigkeit und Direktheit sofort alle Nervenenden freilegt. Seit ich in Berlin wohne ist etwas von diesem Reizeffekt verloren gegangen, was natürlich normal ist. Mit New York habe ich genau diese Faszination wieder gespürt und ich weiß jetzt schon, dass ich wieder hierher komme. Genauso aber weiß ich, wie sehr ich Berlin liebe, mit seinem Dreck, seiner Schnauze, seiner Coolness, seiner Vielfalt und einem Superlativ des Menschelns.

Was ich an und in New York lieben gelernt hab, wird demnächst verraten. Bis dahin bin ich neugierig, welcher Stadt ihr eine Liebeserklärung machen möchtet und wie ihr ihren Pulsschlag beschreibt.


Mehr als Körperwelten
Sin and the city – endlich New York!

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