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Warten ist die Hölle

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"Geduld ist eine Tugend." Slow down. Keep calm. Keep cool. Es wird gewartet, geatmet, ertragen. Ist das eine Tugend? Wirklich? Dass ich so ungeduldig bin, ist – und davon bin ich mittlerweile fest überzeugt – einer meiner größten Vorteile. Warum? Auf diese Antwort musst du nicht warten.  

Keinen Moment, bitte​!

„Du musst dich gedulden", „Janis, das geht nicht so schnell"oder „Da wirst du dich in Geduld üben müssen" sind Aussagen, die mich ins unermessliche triggern. Wenn ich bei Wikipedia Sätze lese wie „Als geduldig erweist sich, wer bereit ist, mit ungestillten Sehnsüchten und unerfüllten Wünschen zu leben oder diese zeitweilig bewusst zurückzustellen", wundert mich dieser hohe Triggerfaktor keineswegs. Denn, wie ihr wisst, ich bin überhaupt nicht bereit mit ungestillten Sehnsüchten oder unerfüllten Wünschen zu leben. Wozu sollte das gut sein? Was ist das für eine verrückte Idee?

Ja, ich will. Und zwar jetzt! Weil ich kann

Während andere noch geduldig warten, bin ich häufig schon vorgeprescht. Was für mich nichts anderes bedeutet, als meiner Tatkraft einen unmittelbaren Ausdruck zu verleihen. In der Ruhe liegt die Kraft? Dem will ich gar nicht widersprechen, sondern schlicht ergänzen: In der Unruhe liegt die Tatkraft. Ungeduld ist meine Tugend. Dank ihr habe ich meine unglaubliche Sri Lanka Reise gemacht, ein Buch geschrieben, ein Hörbuch aufgenommen, eine Bühne betreten – ja, betreten, nämlich ohne Rollstuhl. Es gäbe nicht diesen Blog, nicht meine Selbstständigkeit und vor allem nicht viele, viele Erkenntnisse für mich selbst, was alles möglich und umsetzbar ist. Menschen wie ich hören zudem einen Tick zu oft „Warte!", „Langsam!" oder „Mit Rolli dauert's eben länger!" Als ob nicht nur mein Körper, sondern mein ganzes Denken im Rollstuhl säße.

Dank meiner Ungeduld stehe ich oft auf solchen Bühnen.

Wenn etwas warten soll, dann das Abstellgleis!

Selbstständig und frei agieren zu können, war immer eines der wichtigsten Ziele für mich. Die Geduld ist ein Raum, in der sich Bedenken, Befürchtungen und Ängste breit machen können. Von denen bin ich wahrhaftig nicht frei. Also springe ich ins kalte Wasser. Unmittelbar und direkt, immer ausgerüstet mit meiner Lieblingsfrage „Wie kann das funktionieren?" und sofort die Energie des gegenwärtigen Impulses nutzend. Ich denke schnell, ich spreche schnell und ich handle schnell. Manche verwechseln das mit Kopf- oder Gedankenlosigkeit, dabei ist es ausnahmslos Ausdruck meines Wissens über mich selbst. Ich weiß, wann ich gut bin, wann ich kraftvoll bin, was ich brauche, um aus meinem Potenzial zu schöpfen. Geduld wäre mein Abstellgleis. Das Dead End meines besten Lebens.

Mein Flow ist niemals slow

Wenn nun in dem einen oder der anderen von euch ein „Ja, aber…" aufgetaucht ist, kann ich euch beruhigen. Natürlich kenne ich die Kehrseiten meiner Ungeduld. Im Umgang mit Menschen, die etwas anders in diesem Punkt ticken, kann sie ungemütlich werden. Oder positiv formuliert, dann erzeugt sie Reibungsenergie. Es geht nicht darum, ob Geduld oder Ungeduld per se richtig ist; es geht darum, ob sie für dich richtig ist. Mich selbst so zu akzeptieren wie ich bin, dass hieß für mich z.B. auf der körperlichen Ebene anzuerkennen, ohne Extremitäten zu sein. Auf der Persönlichkeitsebene heißt es, dass die Ungeduld eine meiner Stärken, meiner Kraftquellen, ja, dass sie mein mächtigster Motor ist. Mir diesen abzuwürgen, weil irgendjemand das Etikett „Untugend" daran geheftet hat, wäre völlig irrsinnig.

Nur wer seine Energie kennt, kann sie nutzen

Mit meiner Impulskraft bringe ich Projekte auf den Weg, ich lebe und liebe Bewegung, agiere proaktiv und komme extrem schnell ins Handeln. Manchmal fehlt es mir dafür etwas an Durchhaltevermögen oder langfristig ausgelegter Disziplin. Da ich darum weiß und auch diese Eigenschaft sehr klar sehe, kann ich erstens (aktiv, yeah!) Rahmenbedingungen schaffen, die mir das Durchhalten erleichtern (das Thema Freunde/Weggefährten ist dabei ganz wichtig) und zweitens immer wieder an mir selbst arbeiten und prüfen, wo und wie ich mich ggf. verändern kann und will.

Verlass dich auf dich. Dein System weiß wie du tickst, du kannst ihm trauen. Dein Leben wird nur dann dein Leben sein, wenn du es voll und ganz mit deinen Eigenschaften lebst und ausfüllst.

Coverfoto: Katy Otto

Foto 2: footprintsFOTOGRAFIE

Sich selbst zu akzeptieren heißt: Den eigenen Selbstwert finden! 

...

Selbstwert vs. Fremdwert - Finde die richtige Balance!

Wie reich, bunt und wunderbar ist mein Leben ohne Likes? Ohne Applaus? Kann ich den Reichtum bzw. Wert meines Lebens nur aus dem Feedback von außen erleben oder wohnt mir dieses Gefühl selbst inne? Bin ich klein, weil ein anderer gerade einen großen Moment teilt? Habe ich wenig, weil irgendwo jemand mehr hat? Die meistgehörte Antwort auf solche Fragen ist: „Hör auf dich zu vergleichen! Du bist du und wenn du aufhörst dich zu vergleichen, wirst du glücklich sein." Dazu sage ich: Bullshit!
Einfach weiter reisen - #IndonesiaAddicted?
Ich bin so frei. Mir Gedanken zu machen.

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